August 2018: Philosophische Fragen und eine Entscheidung

Endlich Urlaub – auch wenn ich die letzten Monate nicht gearbeitet habe, hatte ich das Gefühl urlaubsreif zu sein. Mal rauskommen aus dem Alltag, Zeit mit meiner Familie verbringen und meine Gedanken ordnen. Um hoffentlich, eine wichtige Entscheidung für die Zukunft zu treffen.

Urlaub – Was ist das eigentlich?

Ist dir schon mal aufgefallen, dass Urlaub ein kompliziertes Konzept ist? Wie würdest du das, was für dich Urlaub ist, einem Kleinkind erklären? Vor dieser Aufgabe stand ich kurz vor unserer Urlaubsreise nach Hamburg und Dänemark. „Wir fahren in den Urlaub“, erklärte ich meiner kleinen Tochter. „Und der Papa?“, fragte sie. „Der kommt natürlich mit, der muss nicht arbeiten und hat jetzt ganz viel Zeit“. In Hamburg angekommen, fragte meine Tochter uns: „Fahren wir morgen wieder zum Urlaub?“ und ergänzte noch: „Ist der weiß? Liegt da Schnee?“ Irgendwie schafften wir es nicht, ihr eine Vorstellung davon zu geben, was Urlaub ist, denn sie fragte uns jeden Tag ob wir auch am nächsten Tag wieder zum Urlaub (eine Person?) gehen würden. Mich hat diese Fragerei zum Nachdenken gebracht: Wer oder was ist Urlaub eigentlich für mich? Und hat sich die Idee davon geändert, seit ich keinen festen Job mehr habe? Wie steht‘s mit euch – was bedeutet Urlaub für euch? Nicht arbeiten? Eine Auszeit nehmen? Wovon? Kann man gleichzeitig arbeiten und Urlaub machen? Oder hat man vielleicht immer Urlaub, wenn man liebt, was man tut? Ich kann euch sagen… da hat meine kleine Maus eine ganz schöne Gedankenlawine losgetreten – und das auch noch im Urlaub 

Hamburg – erste Städtereise mit Kind

Unsere erste Urlaubsetappe hatte uns nach Hamburg geführt. Tolle Stadt… soooo viele Möglichkeiten: Theater, Konzerte, stundenlang Shoppen im Schanzenviertel, tolle stylische Cafés und Restaurants und lange Partynächte. Äh… ja so in etwas hätte meine Hamburgreise vor einigen Jahren ausgesehen. Aber wir hatten diesmal unsere kleine Tochter dabei, also mussten wir etwas umdenken. Und das Unglaubliche passierte: wir hatten trotzdem unseren Spaß. Naja bis auf die etwas verkürzten Sitzzeiten in Cafés und Restaurants…. da habe ich mit Wehmut an unsere kinderlose Zeit gedacht. Dafür hätten wir früher am Elbstrand vermutlich nicht die gleiche Gaudi gehabt, wären bei der Hafenrundfahrt beim Kapitän nicht ans Steuer gekommen und den wunderschönen Hamburger Zoo hätten wir bestimmt nicht in unser Programm aufgenommen. Es lohnt sich bereits bekannte Orte mit Kind ganz neu zu entdecken, denn man erlebt eine vollkommen andere Seite der Stadt. Und wer will schon stundenlang in irgendwelchen Bars und Cafés rumhängen?

Ein klares Ja zur Selbständigkeit

Im Urlaub hatte ich dann auch endlich Zeit, mich mit meiner beruflichen Zukunft zu beschäftigen. Man sollte eigentlich meinen, dass ich seit der Beendigung meiner Festanstellung vor ein paar Monaten genug Zeit zum Nachdenken hatte. Aber irgendwie war ich nicht Fisch und nicht Fleisch. Klassische Risiko-Vermeidungsfalle würde ich sagen: Ein Teil von mir hatte Angst, die alte Berufswelt und die damit verbunden Fachthemen hinter mir zu lassen. Da kenne ich mich aus, da weiß ich, worum es geht. Da wissen die anderen – die kann was. Ein anderer Teil von mir wollte aber gerne etwas komplett Neues ausprobieren. Wenn nicht jetzt, wann dann? Das ist die Chance, dein Hobby zum Beruf zu machen. Kreativ werden. Frei sein. Flexibel arbeiten…. wann und wo du willst. Eine Zeitlang hatte ich die Idee, beides gleichzeitig machen zu können aber zum Glück wurde mir schnell klar, dass ich zwar mehrere Dinge schaffen kann, allerdings alles dann nur mittelmäßig. Eine Entscheidung musste also her. Irgendwie sagte mir mein Bauchgefühl schon länger, dass mein Herz die Selbständigkeit wollte aber mein Kopf funkte immer wieder dazwischen: Was wenn es nicht klappt? Bist du überhaupt aus dem richtigen Holz geschnitzt für eine Selbständigkeit? Du weißt ja Selbständig sein heißt selbst und ständig… bla bla bla. Und während mein Herz und mein Kopf noch emsig miteinander stritten, kam mir mein Unterbewusstsein in der Gestalt eines Traums zu Hilfe (Achtung, jetzt wird es psychologisch). In meinem Traum wurde mir ein neuer Job angeboten, in meinem alten Betätigungsfeld. Toll, oder? Würde man meinen, allerdings löste dieses Angebot bei mir alles andere als Jubelschreie aus – Enge und ein Gefühl der Beklemmung treffen eher den emotionalen Zustand, mit dem ich aufwachte. Und da wusste ich es… ich muss auf mein Herz hören und es wagen.

Ausblick September

In den nächsten Wochen sind unglaublich viele Dinge zu tun: ich möchte einen regelmäßigen Blog schreiben, eine professionelle Webseite aufbauen und meine Idee an den Markt bringen. Uiuiui das klingt nach viel Arbeit aber während ich die einzelnen Aufgaben gedanklich überfliege, fällt mir ein Zitat von Konfuzius ein:

„Wenn du liebst, was du tust, wirst du nie wieder in deinem Leben arbeiten“

…oder urlaubsreif sein, denke ich den Satz zu Ende… naja wir wollen es mal nicht übertreiben 😉

Eure Astrid

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